Über Carsten, was mir so auf Anhieb einfiel, gern möchte ich zukünftig ein wenig mehr beifügen...
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Mein Bruder Carsten: Wer war Carsten, was hat er so gemacht ? Ich versuche einmal sein leider viel zu kurzes Leben Revue passieren zu lassen. Ich erinnere mich noch ziemlich genau an seine Geburt, an den Tag an dem ich Morgens in die Küche kam und Frühstücken wollte bevor ich zur Grundschule ging. Mein Vater und mein Bruder Markus saßen dort bereits. Dann wurde mir die freudige Nachricht übermittelt, dass ich ein kleines Brüderchen bekommen habe. Ich war 8 Jahre alt. Ganz stolz ging ich an diesem Tag zur Schule und freute mich
über die ganzen Glückwünsche der Lehrer und Mitschüler. Ein Sprung in der Zeit: Carsten nannte uns wie er anfing zu sprechen immer „Minna“ für Christian und „Manno“ für Markus, da hatte er es sich sehr einfach gemacht J Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich auf Carsten immer aufpassen musste, ob ich wollte order nicht, als mittlerer Bruder war man wohl immer der Dumme, so hatte ich das Gefühl, Denn mein Bruder Markus war schon in dem Alter wo man um die Häuser zieht. Natürlich soll das nicht so klingen als hätte ich es nicht gern gemacht, aber es gab genug Situationen, wo ich auch lieber mit meinen Freunden was unternommen hätte. Er war immer das Nesthäkchen und bekam immer alles was er wollte, ob dies vielleicht ein Fehler war, keine Ahnung, kann und möchte ich nicht drüber urteilen, wenn er als Kind Mist gebaut hat, habe ich oder Markus immer die Schelte von meiner Mutter bekommen. Springen wir zu der Zeit, wo Carsten knapp 11 Jahre alt war. Da ich dann auch langsam begann mehr aus dem Haus, als in unserem Haus zu sein, bekam ich natürlich nicht so viel mit, was dann alles so um Carsten herum geschah. Er fing auf jeden fall an hysterisch zu werden, oft gingen, wenn er seinen Willen nicht bekommen hat Gläser und andere Dinge kaputt. Meine Eltern fuhren zum Arzt und der diagnostizierte dann die „Hyperaktivität“ – Da man das damals überall hörte, denke ich, es war eine Mode-Erscheinung der Ärzte, jedes „Problemkind“ als hyperaktiv abzustempeln! Folge Dessen kam Carsten nach Marsberg in eine Therapie für Kids gegen diese „Krankheit“ – ob dies von den Ärzten so korrekt war, mag ich einmal dahinstellen. Carsten war dort mindestens ein halbes Jahr, ich entsinne
mich, dass ich des öfteren mit Ihm telefoniert habe, und er sehr stolz war,
Fortschritte zu machen, da die dort wohl mit einem Punktesystem gearbeitet
haben, wer sich benimmt bekam Punkte, viele Punkte und man dürfte am Wochenende
nach Hause, oder Ich weiss ncoh wie er einmal nach Hause durfte, eine Katastrophe, wie er dann am Sonntag wieder weg musste. Er wollte natürlich nicht, er Schrie und heulte und man musste mit 3 Leuten versuchen ihn ins Auto zu bekommen! Er tat mir so sehr leid, dass es mir beim Schreiben gerade die Tränen in die Augen treibt. Aber was sollte man machen, es gab irgendwie von keiner Seite Hilfe für meine Eltern, so schien es mir zumindest! Auf jeden Fall, wurden die Kids dort mit dem Medikament Benzodiacepan behandelt. ( vielen Denen ähnliches widerfahren ist, werden es kennen ) Wie Carsten mir erzählte, hat man erst Jahre später herausgefunden, dass genau dieses Medikament sehr stark abhängig machen kann, und das viele Kinder, welche seinerzeit damit behandelt wurden statt geheilt eher abhängig gemacht worden sind. Ohne jegliches verschulden des Kindes. Das ist für mich der Wendepunkt oder eher gesagt der Knackpunkt in der ganzen Lebensgeschichte von Carsten gewesen. Wie Carsten dann so 18 Jahre alt war, habe ich ehrlich gesagt gar nichts bemerkt, dass er, dank der Vorgeschichte, den Drogen verfallen war. Er hatte oft Besuch in seinem großen Kellerzimmer und es wurde viel Bier getrunken, aber das hielt ich für normal, denn schliesslich waren wir ja genauso. Erst später, merkte man dass er oftmals Lustlos und ohne Antrieb war, jeder freute sich doch darauf mit 18 seinen Führerschein zu bekommen, Carsten nicht, er ging mal los, dann bliebt er Wochen oder monatelang wieder der Fahrschule fern, also wurde es nichts mit dem Führerschein. Auch auf Arbeit hatte er keinen Bock, dies schob man auf die Generation, da man immer wieder hörte, dass die Kids keine Lust mehr auf Arbeit hätten. Die Schule hatte er auch nach dem 9 Schuljahr verlassen. Zu der Zeit hatte ich ein Ladenlokal in der Nähe, wo ich Videospielartikel verkaufte, Carsten spielte sehr gern Playstation, PC usw. – Da schien es mir Sinnvoll, ihn bei mir stundenweise zu beschäftigen, so dass er mal reinschnuppern konnte, in eine Arbeit, was ja schließlich auch eines seiner Hobbys war. 1 Monat hat er durchgehalten, dann hatte er keinen Bock mehr. Was wir ja bis dahin immer noch nicht mitbekommen hatten war, dass er eben den Scheiss Drogen verfallen war! Dementsprechend habe ich ihn schon manchmal vorgeworfen er sei eine „faule Sau“. Um ihn dann mal von zu Hause aus seinem Zimmer rauszubekommen habe ich ihn dann das ein oder andere Mal mit zu meinem Kegelclub genommen, auch um mal unter Leute zu kommen. Das machte ihm Spaß! Nichts gegen die Leute die er immer in seinem Zimmer hatte, aber für mich war es der falsche Umgang, auch Leute die mit Drogen zu tun hatten, klar vielleicht ging es denen ähnlich wie Carsten und die waren halt auch arm dran, nur um aus diesem Sumpf herauszukommen, ist auch das passende Umfeld sehr wichtig, das ist wie mit dem Rauchen aufhören.Ist man allein, schafft man es, ist man auf einer Party und 10 leute um einen herum sind am qualmen, hat man früher oder später nach dem 5 Bier auch eine Fluppe im Hals…… Ich glaube es war im Jahr 2005, Carsten hatte da 2 sehr gute Freunde, den Sebastian und den Thomas, leider hat er Thomas vergrault in dem er ihm seine Freundin ausgespannt hat, Thomas ist ein vernünftiger Kerl und es war sehr Schade, dass er dann Carsten „verlassen“ hat und nichts mehr mit ihm zu tun haben wollte. Sebastian war auch ein absolut prima Kerl! Auch ein freund von mir! Leider ist Sebsatian auch „Jenne“ genannt ebenfalls plötzlich und völlig unerartet mit seinem ganzen Stolz „ sein Motorrad“ tödlich verunglückt. Einen Tag vorher sagte Carsten noch zu ihm, wie Jenne ihm seine neue Maschine vorgestellt hatte „ fahr Dich ja nicht tot damit“ – Dies brach Carsten glaube ich das Herz, er war Tagelang nicht ansprechbar, er war völlig fertig. Und ab diesem Zeitpunkt merkte man dann so langsam doch, dass da Drogen im Spiel waren, oder es dadurch härtere Drogen wurden. Er war nun täglich stoned und kaum ansprechbar, er lallte nur noch, torkelte, trank Schnapps und nahm noch mehr von dem Zeug. Ich wohnte mit meiner Frau und meiner kleinen Tochter im Obergeschoss des Hauses und Carsten kam sehr oft nach oben, einmal wollte er Samantha hochnehmen und viel dabei um, weil er so „zu“ war. Ansonsten hat er sich immer sehr liebevoll um Samantha und seine anderen Nichten gekümmert, bzw war stolz darauf, dass mein Bruder amrkus und ich unsere Familein samt Kinder hatten. Dies habe ich immer ausgenutzt ihm auch als Ziel vor Augen zu halten, meist war er aber so verbittert auf seine "Umwelt" dass ich meist als Antwort bekam" In diese Gesellschaft soll ich Kinder setzen?" Unrecht hat er mit der Behauptung in vielerei Hinsicht sicher nicht. Er hat den traurigen Tod von Sebastian nicht verkraftet und flüchtete sich immer weiter in den Alkohol und den Drogen. Die Polizei ging bei uns dann ein und aus, da Carsten depressiv wurde und leider manchmal auch unberechenbar, von dem nachdenklichen lieben und ruhigen Carsten wurde dann ein depressiver und unkontrollierbarer Carsten, wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Ich und meine Eltern haben Ihn dann von Therapie zu Therapie gefahren, Entgiftungen ohne Ende und immer wieder konnte er dank Vater Staat nach 3 Wochen wieder nach Hause. Dieses Jahr dann die erhoffte Wende, ein Gericht verurteilte
ihn zu einem Zwangsentzug, dort war er dann knapp 5 Monate, und er kam wie
ausgewechselt nach Hause, hatte endlich wieder Träume und Ziele, die er
mehrfach aufschrieb, neue Frisur neues Umfeld, das wollte er sich schaffen
erzählte er mir über den MSN Messenger, wo ich fast täglich Kontakt zu ihm
hatte, da wir nicht mehr zu Hause wohnen. Telefoniert haben wir auch einmal die
Woche, und wie gesagt es war ein ganz anderer Carsten, kein lallen mehr, keine
depressive Stimmung mehr in seiner Stimme. Wir hatten große Hoffnung, dass es
nun nach so vielen Jahren endlich besser wird, und es wurde auch besser! Bis
zum Dein Bruder Christian |
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